Die gewisse Nässe II

Die Nacht ward rau. Erst regnet es, dann windet es, dann watscht der Sturm den armen Kazuki von allen Seiten derart mit Regen ab, dass wir bloß froh sind, zwischen etwa autohohen Sträuchern auf der Ebenen zu stehen. (Die Unwetterwarnung erreicht uns dann am nächsten Tag.) Immerhin kann uns also nix drauffallen, wir können nirgendshin gespült oder geweht werden. Ums Eck (bzw. um den Busch) freun sich noch zwei andere – soweit man sich, schlaflos durch Naturlärm, freuen kann.
Das dicke Ende kommt aber erst nächstentags; beim Anstarten. Will sagen, beim Anstartversuch. Zu kalt gewesen? Zu nass gewesen? Tja. Wir nehmen’s mal gemütlich und machen Frühstück. Nebenan kommt man auch langsam auf die Beine. Herr Schaf wagt, das Mädel anzusprechen und sogleich rüttelt es seinen Freund aus dem Schlaf. Der scheint was von der Sache zu verstehen: Also die Batterie klingt eigentlich nicht schlecht. Mal sehen, ob Benzin in den Motor kommt: Schlauch abgeschraubt – anstarten, bitte – ja, kommt. Und Zündung? Richtiges Teil neben Metall gehalten – ja, zündet. Wir sind beeindruckt, machen unserem Helfer Komplimente und ein bisschen Konversation. Wo sie her sind? – Ja, da vom Lake Brunner.
Eben jenem Lake Brunner, wo die Jugendlichen wie angestochene Hornissen Schotterkurven schneiden. Ja, Gott sei’s gedankt, dass sie sich dort mit Autos beschäftigen. Kleine Lebenslektionen, die erste (hier).
Zurück bleibt unser Anlasserrätsel. Vielleicht ist durch unsere Startversuche ja doch die Batterie jetzt um das Eitzerl zu schwach. Aber Starterkabel hat er leider keine dabei. (Ich will ja jetzt nicht sagen, dass ich dem Herren-Chefautolenker-Schaf in Greymouth die 5-Euro-Starterkabel schon unter die Nase gehalten habe. Unter eben jene Nase, die er dann leicht erhöht hat, um zu meinen: „Das passiert uns eh nicht mehr.“ ... Nein, das will ich jetzt nicht.) Stattdessen wird das nächste wandernde Paar aufgehalten, ebenfalls Neuseeländer auf Urlaub, das (seinem etwas weiter fortgeschrittenen Alter entsprechend) wiederum Starterkabel besitzt. Und mit einigen Versuchen klappt es dann auch. Uff. Nun aber gleich auf nach Franz Josef (dem unselig verregneten Weihnachts-Gletscherdorf von vor zwei Jahren), schauen, ob’s da eine Werkstatt gibt, die unserm Kazuki mal Herz und Nieren ausspäht. (So geht übrigens die damenschäflich geplante Okarito-Campingplatz-Dusche den Bach runter. Ja, jeder bringt seine Opfer.)
(shesheep)

1 Kommentar:

  1. Lest doch mal einen 'anonymen' Kommentar vom Blog Charm charm charm nach...

    Etliche der Wiener Tolkienisten verfolgen eure Reise samt launigen Berichten mit Vergnügen. etwas Neid und überhaupt. Jedenfalls weiter gute Fahrt mit einer funktionierenden Batterie und/oder Starterkabelausrüstung sowie kundigen Pannehelfern.

    Aldi

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