Auf die gewisse Nässe folgt Sonnenschein - immer!

Vorbemerkung: Hier folgt ein sehr sehr sehr langer Bericht shesheeps, ganz gegen hesheeps Ansicht, dass wir eh zu viel schreiben. Sorry, aber es muss sein.

O.k., Franz Josef: Unter deinen geschätzten 173 Einwohnern gibt’s tatsächlich einen Mechaniker, aber der macht samstags Lenz und ist zwischen den Wracks auf seinem Anwesen nirgends zu erspähen. Na dann tun wir mal, als ob nix wär’ (grad läuft er ja, hollodero) und machen Gletscher-Sightseeing. Nicht zum ersten Mal, aber diesmal mit mehr von den Spaziergängen rundherum. Wir entdecken einen sehr feinen kleinen See mit Gletscherspiegelung, einen stahlgrauen, irre wilden Fluss mit Eisbrocken drin und Hängebrücke drüber, der Wald ist spitzzze – und sieh’ an: Zwischen den Wipfeln wird der Himmel blau und bläuer, und wir happy und happier. Im Freien angelangt beginnt ein beinah’ hysterisiert-begeistertes Fotowettrennen mit ungefähr 93 Schnappschüssen von Berg, Gletscher, Wald, jeweils vor blauem Himmel.

Man wird ja so dankbar. Oder anders gesagt (kleine Lebenslektionen, Nr. 2): So Reisen sind doch gerecht. Also wenn’s grad so richtig Sch... ist, dann kann man sich eigentlich schon auf das Ausgleichs-Zuckerl danach freuen. (Verdacht: Womöglich gilt das nicht mal nur für Reisen ...)
Jedenfalls hat Franz Josef sein einstmaliges Unrecht vollstens wiedergutgemacht.
Grad wollen wir, nach dem Abendessen, noch einen 45-Minüter mit guten Ausblicken machen, da fällt uns ein: Heute könnte die Chance sein, dem zweiten, noch berühmteren Foto von den Südalpen nachzujagen: dem vom Lake Matheson, wo sich die weißen Gipfel drin spiegeln. Sind nur 20 Kilometer – also los geht’s.
Aber die 20 machen’s offenbar aus. Hier im zweiten Gletscherdorf Fox ist es zwar auch heiter, aber der Blick auf die Alpengipfel ist großteils verwölkt. Doch für Trübsinn sind wir zu gut drauf. Im superfeinen Matheson-Café sitzt sich’s trotzdem gut und die bisweilen für Minuten auftauchenden Bergspitzenzentimeter zu interpretieren, ist auch spannend. Überdies trösten wir uns mit zwei bisher ungekannten Biersorten und machen auch hier Gletscher-Sightseeing. Den Fox-Gletscher umgeben statt lieblichem Tal senkrechte, schwarze, kahle Felsmauern – irre impressiv. (Ob wir hier letztes Mal schon waren, können wir allerdings tatsächlich nicht beschwören. Peinlich.)
(shesheep)

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