Infohappen

Sind gerade in Collingwood an der Golden Bay (Nordspitze Südinsel) in einem Hostel abgestiegen (Summerset House). Berichte zu den Aktivitäten der vergangenen Tagen folgen in Kürze :-)
Und zur Orientierung: Collingwood ist ungefähr hier (Roter Punkt im Bild)
(hesheep)

Schlucht & Schoki

Fr, 27.11.
Da fällt es nicht allzu schwer, am Morgen die mehrstündige Schluchtwanderung zu canceln, zumal sie noch weiter weg vom Fluss verläuft als die Autobahn. Da genügen ein paar Fotos von der Straße aus. Schließlich müssen wir nach Wellington, weil für morgen, Samstag, früh die Fähre zur Südinsel gebucht.

So stechen wir kurz im Kaitoke Regional Park (dem Wasserreservoir für Wellington mit Fluss und tollen Bäumen) rein, frischen unsere Fertigkeiten beim Furten von Bächen auf, machen uns aber bald wieder auf den Weg, weil Windstärke enorm und Shoppen schließlich auch ein Grundbedürfnis, nicht nur Wald und Wasser.
So geschieht’s dann, dass wir – shesheep um vier Halstücher, zwei Taschen, einen Gürtel und ein Shirt reicher (alles vintage natürlich) – auf unserem angestammten Plätzchen auf halber Höhe der Scorching Bay, am äußersten Spitzelchen des äußersten Wellingtoner Halbinselchens mit Blick auf die spiralige Hafeneinfahrt noch bei Tageslicht die neuesten Blogs und letzten Vorhangnähte erledigen, bevor der (gelsenfreie!) Schlaf uns dahinrafft.
Das Wetter spielt sich derzeit dergestalt ab, dass man beispielsweise 70 Kilometer oder 3 Stunden nach einer wollhaubenkalten Nacht in Manawatu, angeregt von der Sommerhitze in Greytown ein Tässchen Erdbeeren erwirbt, die man im goldenen Abendlicht zum Weißen zu Schmausen gedenkt, um sich dann im kalt-windpfeifend-bedeckten Wellington eher eine heiße Suppe zur Nacht zu wünschen ...
Es waren aber auch kilometerreiche Tage, MannMann. Das wird nun anders, denn wir halten uns nun tatsächlich einen Monat (!) im Norden der Südinsel auf. Sollte das Wetter entsprechen, wollen wir auf den Queen Charlotte Track nahe Picton – ca. 4 Tage. Danach könnte man die Golden Bay bis ganz nach Westen genauer erkunden, weil vor zwei Jahren schlechtes Wetter. Und ab 8.12. steht die Farm nahe Motueka an, bis wir von 20.-26.12. den Abel-Tasman-Track durchwandern.
Was wir in Greytown übrigens auch gekauft haben (nach ausführlicher Verkostung): Sechs Tafeln exquisiter Gourmet-Schokoladen von Schoc Chocolate – unser neuer Favorite: Meersalz. Die, wurde uns gesagt, ist zum Sekt gemeint und das ergibt ja durchaus Sinn. Des Weiteren gibt’s für uns: Geranium (mit Rosenduft), Weiße Zitrone, Basilikum, rosa Pfeffer und Java, eine helle Milchschokolade. (shesheep)

Wairoa, Napier - und das Mitternachtsduell!

On the road again. Und es ist heiß, mörderheiß. Aber wie singt schon Peter Licht so richtig: „Die Sonne kocht auch nur mit Wasser. Die soll sich nicht so aufspielen, die gelbe Sau. Und der Himalaja, da kann ich mich drüber aufregen, der alte A... . Sau.“ (Zitat aus: Lied gegen die Schwerkraft). Es gibt hier zwar keinen Himalaja aber die zurückliegenden Höhen waren ja auch nicht schlecht. Über Wairoa geht’s also weiter nach Napier. Dann vorbei am Cape Kidnappers mit seiner Gannet-Kolonie (siehe Hobbitsearcher-Blog von 2007). Hastings und Havelock North lassen wir ebenso links liegen wie das berühmte Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu, das gerade für die Darstellung in deinem Browser viel zu lang ist :)
Gerade richtig zur Essenszeit erreichen wir das Monckton Scenic Reserve in der Nähe von Onga Onga. Ein schönes, einsames Fleckchen, wo wir unsere Tomaten, Rindswürste und Camemberts genießen um dann im nahen Creekbächlein unsere von der Reise geschundenen Körper reinzuwaschen (Fotos hiervon wurden bereits von shesheep konfisziert).
Weiter geht’s Richtung Süden, an Wiesen und Weiden entlang, die vor lauter Schafen und Kühen aus allen Nähten platzen. In Dannyvirke (ortsein- und -ausgangs ein holzgeschnitzter Wikinger) schließlich nehmen wir auch schon wieder unser Abendessen: Angusrind-Steaksandwich. Ein Gedicht. So zart. So saftig. Und dazu handmade Fries. So cross. So handmade. Und natürlich ein Glas NZ-Bier. So kühl. So Dusel. Und wir können’s brauchen. Nur so überstehen wir den Abendbeginn am Ostende der Manawatu Gorge mit zwei Dutzend Mücken im Van. Kurzerhand ziehen wir um: Die Nacht verbringen wir doch lieber am Westende mit ohne Mücken. (hesheep)

Shesheep dazu: Obwohl am Westende der Schlucht eingekeilt zwischen Eisenbahn und Autobahn (beide nachtaktiv) ist gelsenfreier Einschlaf all das wert. Prekär wird’s allerdings zur Mitternacht, als ein fett dröhnender abgesägter Auspuff in unseren Parkplatz einfährt. Monströs röhrlnd im Bass, dabei hinterfotzig flach gebaut. Sich uns gegenüber aufstellt. Frontal. Provokant in unser Vanlein auf- und einblendet (der Vorhang hält stand, wenn auch mit Mühe). Den dreckig spotzenden Motor aufheulen lässt wie zum Duell. Frau shesheep erblasst, Herr hesheep versteckt seine blasenfunktionsgefährdende Panik unter schläfrigem Gegrummel. Die Situation spitzt sich zu ins Unerträgliche. Der Fremde starrt uns an. Kazuki zittert, aber er hält Stand. Hält stand. Hält stand. Nicht umsonst hat Frau shesheep in langwierig-liebevoller Handarbeit seine Abwehrkraft gestärkt, in Form von dunklenbraunen Satinvorhängen, teilweise doppelt genäht. Der andere blendet ab, heult ein letztes Mal entnervt auf und fährt weg.
(shesheep)

Ngamoko, der Unbezwingbare


Wozu uns der Schmaus hernach befähigen soll, ist ein zweieinhalbstündiger Aufstieg auf den Ngamoko. Der Track führt, laut Führer, durch „dichten Urwald“. Mhm. Vorgestellt war dazu ein Weg mit links und rechts dichtem Urwald. Sein tut es so gut wie kein Weg, sondern hin und wieder orange Pfeile durch den dichten Urwald, durch den WIR uns zu kämpfen hatten. Durchaus un-ausgetreten, der Pfad. Zudem kommen Steilstufen und abrutschende Stellen, wo unmittelbar daneben der dichte Urwald nur unzureichend die Senkrechte verdeckt.
Der aufmerksame Wanderer kann jeweils die Punkte bemerken, an denen frühere Wanderer umgekehrt sind: der Nicht-Weg wird noch verwachsener. Bis ganz oben haben es aus der nördlichen Hemisphäre sicher nur wir geschafft. Und das war ja auch das Ziel. Oben steht ein Sender. (shesheep)
Unsere müden Wangen betten wir wiederum am Shawna-Gewässer, dem Lake Whakamarino am Örtchen Tuai, diesmal allerdings gröblich belästigt von Gelsen, die durch geheimnisvolle Umstände zuhaufen ins Gefährt gelangen.
(shesheep)

Lake Waikaremoana

Ja, ja, jam jam – oder yumyum, wie sie hier sagen! Aber vorher haben wir noch einige Prüfungen zu bestehen. Schließlich kann man so ein Monster von Fisch nicht um 7 Uhr morgens einwerfen. Daher ein paar Kilometer weiter zu unserem eigentlichen Ziel im Herzen des wilden Te-Urewera-Nationalparks, dem Lake Waikaremoana, was auf deutsch ungefähr so viel heißt wie „See, wo der Mörder-Wind das mörder-schwarzblaue Wasser aufpeitscht“. Und das tut er.

Los geht’s mit einem 45-Minüter zu Lou’s Lookout (von dem’s uns eh fast runterweht). Für den ausgetreteten Pfad des Great Walk um den See mit Aufstieg zu den Panekiri Bluffs sind wir uns zu gut, da schauen wir die vorstehenden Klippen lieber von gegenüber an.

Am Aniwaniwa Visitor Center liegt ein leckerer Rundgang mit mindestens drei leckeren Wasserfällen, und dann geht’s an die Zubereitung vom Shawna-Fisch. Tatsächlich bringen wir nur den Mittelteil weg, aber den gefüllt mit Knoblauch und Thymian und anbeigelegt rote und gelbe Kumaras (Süßkartoffeln). Die üblichen stammhirngesteuerten Dankbarkeitsgefühle dem Ernährer gegenüber lassen Frau shesheep den Herrn hesheep anschließend seinen verdienten Mittagsschlaf ratzen, während sie selbst pietätvoll den Fischkopf begräbt. Das hintere Ende wird entsorgt, nachdem man abends erkostet, wie kalter Fisch schmeckt. (shesheep)

Ihr letztes Frühstück

Alte Weisheiten bestätigen sich halt doch manchmal: Willst du Fische fangen, dann mach das bald in der Früh, wenn sie noch nicht „ausschauen“ können. Da heißt es für Otto Normalfisch dann Fressen-fressen-fressen, bevor dir ein anderer was wegschnappt. Und da wird dann nicht so genau hingeschaut. So geschehen heute um 6 Uhr Früh. Da war sie auch schon dran: 47 cm lang. Gerade noch klein genug, um als einmalige Mahlzeit für she- und hesheep durchzugehen. Das Schaf an sich ist ja kein Fleisch- oder Fischfresser, aber wir bilden da die Ausnahme :) Um aber auf die Umstände einzugehen: Ufer: Bäume und Schilf (schwierige Wurfbedingung) | Algenbewuchs: 10 Meter (schwierige Einholbedingungen) | Angel: 250 cm | Blinker: 22g | Regenbogenforelle: 47cm (weiblich) | Name: Shawna. (hesheep)