Selbstauslöser

Zur geschätzten Kommentatorin Birgit: Lebendes Possumfoto mit uns und Selbstauslöser - wir arbeiten dran!

Kaihoka Lakes

Derart auf Kälte vorbereitet fahren wir zur Nachtruhe an die Kaihoka Lakes. Der Wind lässt hier (wo sich Possum und Schaf im Winterpelz Gute Nacht sagen) leider kaum nach, sodass wir den Sonnenuntergang in der Ferne nur mit Zähneknirschen bzw. schnatternd betrachten können. Zum Glück haben wir vorsorglich eine Flasche „Tullamore Dew“ besorgt. Nastarowje!
(hesheep)
Shesheep dazu: Wirklich nettes Fleckchen, hat man mal eine windgeschützte Stelle gefunden. Rund um den Mini-See wachsen eine Menge Nikau-Palmen, was das Ganze tropisch wirken lässt. Dahinter liegt, als Kontrast, grünes Weideland der umliegenden Farmen.

Ah ja, weil’s grad passt: Hier verkünden wir den Einsendeschluss für den Tiernamen-Filmtitel-Wettbewerb. Vielen Dank für alle Zusendungen! Gewonnen hat ...
Geben wir nach Ende der Nachfrist für Einsendungen bekannt: Bis 12.12. geht’s noch!

Wasserpups & Windsweeps

Unergründliche Mama Erde! – Misses „Mal-So-Mal-So“! (siehe Sandys Superhelden-Name in der Sponge-Bob-Folge mit dem „Super-Bekanntenkreis“). Eben noch akzeptabel warm, sprudelnd und unglaublich, dann wieder bonecrushing windy, sandig und ... genauso unglaublich. Gesehen heute: 3. Dezember 2009, 9 a.m. bis 9 p.m.

Pupu Springs macht seinem Namen alle Ehre. Als eine der größten Frischwasserquellen der Welt (die größte im asiatisch-ozeanischen Raum) befördert sie 40 Badewannen voll Wasser pro Sekunde an die Erdoberfläche. Resultat ist ein Fließgewässer von der Breite des Steyr-Flusses. Unvorstellbar. Fließt einfach los. Leider geht das nicht gut auf’s Foto, aber die Tatsache bleibt. Schlaft einfach mal drüber :-)

Wharariki Bay, nah am nördlichsten Punkt der Südinsel, hingegen ist wohl der zugigste und sandigste Ort, den wir je bereist haben – Wahnsinn. Unendlich viele Fotos werden hier geschossen – alle mit derselben Aussage: nördlichster Punkt der Südinsel, zugig, sandig – Wahnsinn.
Nachdem wir uns erst mal nicht aus dem Auto trauen vor lauter Zugigkeit (shesheep: Der Van wackelt von den Böen!), wandern wir schließlich mit Spezial-Anti-Wind-Beschichtung zum Strand und genießen die Aussicht auf die vorgelagerten Riesenfelsen mit Coves (dodenlange Löcher da durch). Derweilen peitschen die Roaring Fourties (= Wind in diesen Breiten! Sind sie das schon?) den Sand bis in Hüfthöhe an uns vorbei Richtung Meer. Wahnsinn, wie schon gesagt.

Kletterer mit Kabeln

Die Canaan Road führt uns zu einem Herr-der-Ringe-Schauplatz: nach 8 km auf graveled road (die Hälfte davon marschieren wir, weil plötzlich gefährlich scheinend) (shesheep: weil Abgründe, Nebel und Riesensteine) mähen uns die Schafe von jenem schönen Stück Neuseeland entgegen, an dem die vier bekannten Hobbitse gemeinsam mit Aragorn Abschied von Bree genommen haben. Sensationell, die scenery. Drei Österreicher im Kleinst-Van nehmen uns wieder mit raus zum wartenden L-300.
Den folgenden Ausflug im Paynes Ford Scenic Reserve bezahlen wir bitter mit einer leeren Baterie (hesheep hat das Licht brennen lassen), doch zwei nette, gerade vom Rock-Climbing kommende Engländer helfen uns mit ihren Jump-Starters aus und alles ist wieder gut. Es läuft ja wirklich nicht schlecht. Alle Widrigkeiten, die auch nur im Ansatz auftauchen, lösen sich in Wohlgefallen auf und verwandeln sich in benefits. Denn die Engländer treffen wir abend wieder im Wholemeal-Café in Takaka und trinken mit ihnen auf Good Old England. Na ja, jedenfalls trinken wir ...
(hesheep)
Shesheep dazu: Sollte man nicht meinen – diese Kletterer. Dachte, das sind nur ein Haufen Hippies, die überall in die Büsche k... . Eh nett, aber sicher nicht toll organisiert. Dann haben die Starterkabel ... Tatsächlich hat uns das Missgeschick eines der netteren Gespräche bisher beschert. Wir sehnen uns schon nach der Farm, ein bisschen Normalität, Ausscheren aus dem Touristentross, der sich schon die Straßen entlangschraubt ... Kontakt zu Einheimischen.

Steile Stellplätze

Tja, die Stimmung sinkt ein bissl – zugegeben. Aber trotzdem gibt’s an den folgenden Tagen auch einige Höhepunkte, die sich hemmungslos spektakulär zwischen den einzelnen Fahrstrecken breit machen :-)
Zwischen den besuchten Cafés in Nelson (Kaffeerösterei), Takaka (Wholemeal) und Collingwood (Courthouse) liegt das Gebiet des Abel Tasman National Park (den wir ja später noch bewandern werden) mit wunderschönen Stränden (noch schöner, wenn Wetter schön). Auf dem Weg besuchen wir Beast Island, Kaiteriteri und Marahau. Größtes Abenteuer dieses Tages ist aber jedenfalls die nächtliche Übersiedlung an einen sichereren Stellplatz: shesheep – besorgt ob der unterspülungsgefährdeten Lage (Anm.: kein Fluß, kein Regen), schwerlidrig und wackelig – sichert Kazuki (und heshepp) und bringt beide bzw. uns alle drei einige Höhenmeter weiter direkt an der Höhenstraße unter, wo wir in der Früh von zwei übereifrigen Hähnen geweckt werden. Das Geschrei ist kaum auszuhalten, doch anstatt sie abzukrageln, fotografieren wir sie lieber – unsere Zivilisationskrankheit ist zu große Liebenswürdigkeit :-)
(hesheep)

Shesheep dazu: Ja, da hat er richtig geschrieben, der heshepp (sic!) – (Depp). Gemeint war das ganz anders: Er hat uns nämlich auf einer kurvenreichen, ansteigenden Straße mit seitlichen Abgründen geparkt (mit meiner Zustimmung, eingeräumterweise), und zwar auf so schrägem Grund, dass ein Auto ohne Gang und Handbremse durchaus wegrollen würde. In die dahinterliegenden Büsche, auf die dahinterliegende Weide – und von denen sind bei Gott viele steilst. Also, denkt sich das Frauschaf, hell erwachend um 3 Uhr morgens: Wie klug sind zwei Schafe eigentlich, ihren gesunden Schlaf der Handbremse einer 15 Jahre alten Schüssel anzuvertrauen?
Gebe zu, die Fahrverhältnisse bei beschlagener Scheibe waren auch nicht ganz ohne, und die Passhöhe mit kleiner Ausweiche war die einzige absehbare Möglichkeit (da geht’s auf beiden Seiten runter, juhu), aber immerhin auf ebenem Grund.
Als Dank ans große So-what (© Woody Allen) sammelt Frau Schaf am Morgen eine Menge Equipment saufender Jugendlicher von dem Plätzchen ein: Corona-Flaschen, Bierkartons, Mäcki-Frittenboxen ...

Hesheep dazu: Wir haben ein Auto mit Automatik UND Handbremse. Da kann nix wegrollen ...

Shesheep dazu: Oh, Technikglaubens-Erblindeter! Frag mal das große So-what ...

Muscheln – Meryl – Margeritas

Danach nimmt der Tag rapide an Highlights ab – eine Strecke, die man schon kennt, die nicht viel kann, an der man nicht viel machen kann. Einzelne Schlaglöcher erkennt man wieder. Bizarr. So geht’s durch nach Westen bis Nelson. An sich ein netter Ort – hat genau wie Gisborne die meisten Sonnenstunden Neuseelands ;-) – aber was kauft man sich drum, wenn’s regnet?
Da setzt man beherzt ein Kino an. Die Auswahl ist ein Graus. Werden tut es schließlich „Julie & Julia“ mit einer immerhin recht beherzt agierenden Meryl Streep. Wenn auch die Story nicht unbedingt der Heuler – ihre Figur war es schon wert.
Einen Qualitätssprung hingegen hat man in der örtlichen Cocktailstube gemacht: Zwar darf montags offenbar wirklich alles Dahergelaufene auf die Bühne klettern und miteinander „jammen“ (ahem), aber die Cocktailmixerin aus San Francisco hebt uns in Margerita- und Long-Island-Icetea-Himmel, von denen vorher nicht zu träumen war.
Übrigens stoßen wir irgendwo in Nelson jenen Teebeutel von der Stoßstange (ist eher ein Hirschfänger, das besagte Foto gibt’s vielleicht eh her), den hesheep am Kenepuru Sound dort abgelagert hat.
(shesheep)

Des Pudels Kern

Mo, 30.11.: Bei Erwachen schon eher regnerisch. Das Herrenschaf kocht Tee. Das Frauenschaf schmeißt sich ins Batmankostüm. Soll heißen warme Schaf-U-Gatte, vulgo Merino-Legging, und extradickes Merino-Shirt, beides in schwarz. Der Tag kann kommen, die Heldentaten sind vorprogrammiert.
Unser anvisiertes Highlight heute ist: Muschel-Essen. Bei den Muscheljungs in Havelock. Das Geschmackserlebnis ist ... wie soll man sagen ... zunächst einmal sollte man sich nicht vorstellen, was man im Rahmen so einer ganzen Muschel in sich reinstopft. Die Innereien. Das Gekröse. Die Weichteile. Und dann sollte man keinesfalls, wirklich unter gar keinen Umständen – reinSCHAUEN!
Das ist es, was das oberneugierige Weibsschaf tat. Moral: Ob Schafe und Muscheln füreinander gemacht sind?
Nein, war eh o.k. Mit viel Knoblauchbrot haben wir alle bis auf drei runtergewürgt. (shesheep)

Sexskandale auf der Bodenplatte

Neuer Tag, neues Glück: Strahlend schön und heiiißßßß – juhu! Während unsere Wäsche im Hostelgarten fertig trocknet, erkunden wir flipbefloppt den Hafen und die Waikawa Bay, mit geschnitzter Maoristatue und ehemaligem Pa (Maori-Festungsanlage). Es ist Sonntag und der Q-C-Drive so schön, wie er gehört. Wir picknicken, mit Köstlichkeiten und Enten.
Allerdings macht das Wetter heute einen Fenstertag: Danach sind wieder drei Tage Regen angesagt. Drum sagen wir schweren Herzens fürs erste den geplanten Queen-Charlotte-Track über die Fjordhügel ab und fahren ein Stück den Kenepuru-Fjord raus. Weil Herr Schaf sich nun am Strand auch noch eine Zehe aufschneidet, macht Frau Schaf ihr Ehrenstück am Track, einen kleinen Rundgang von zwei Stunden, allein.
(shesheep)



Heute, im hellen Sonnenlicht, wird übrigens das Gelsenrätsel einer Lösung zugeführt: Wir stoßen wir auf die beiden ca 1 cm durchmessenden Bohrlöcher im Unterboden, durch welche wohl die Sitze montiert waren. Zwei gut bemessene Stücke des New Zealand Herald, mehrlagig, sollen solche Vorkommnisse in Zukunft unterbinden respektive abdichten. Ist sowieso ein Käseblatt. Überhaupt schreiben alle Zeitungen nur von Sexskandalen, Vergewaltigungen und Unfällen. Politik kannst mit der Lupe suchen.
Schlafplätzchen ist heute ein Kurvenschotter mit hübschem Fjord-Rundumblick. Die Wolken ziehen dramatisch herum, während wir wegbüseln.
(shesheep)

NZ arbeitet an seiner Grüne

Ja, jetzt simma ein bissi hinten, blog-einstell-mäßig. Waren aber auch nicht grad Gemmen des Glücks, über die man berichten hätte können ... Irgendwie halbert, die Tage. Die Überfahrt verregnet und kalt und lustlos, bei Ankunft mal gleich ins Café bei flösselndem Regen. Einige Regenstunden später die Entscheidung des Frauenschafs, da nicht durchzubeißen, sondern ins Hostel einzuladen. – Herrlich!
Der Queen-Charlotte-Drive, der aus Picton raus und an unzähligen Büchtelchen vorbeiführt, ist für Regen doch zu schade.
Nach etwas Suchen eine wunderbar trocken-warm-freundlich-ansprechende Herberge gefunden, mit tollem Ausblick über einen beschaulichen Pictoner Hafen (daher der Name Bayview Hostel). Eine heiße Dusche und einen (mitgebrachten) Woody-Allen-Film später sieht alles schon ganz anders aus. Katze haben sie auch. Und Herr Schaf tritt nur um ein weniges fehl, als er unsere Abend-Nudeln mit viel Knoblauch zubereitet: Die Nase der Gastgeberin zuckt.
(shesheep)

Who is Mr. Mike?

Unser werter Kommentator Joma wollte wissen, wer „Mr. Mike“ auf unserem Auto-Foto sei: Die Auskunft kann gern erteilt werden. Es handelt sich bei Mr. Mike um eine legendäre Figur der Region, einen Possum-Killer absonderlichen Ausmaßes. Nachdem er in einer nebligen November-Nacht des Jahres 1969 mit seinem aufgemotzten Geländewagen über 137 Tiere erlegt hatte, rottete sich der verbliebene Rest zusammen, überraschte ihn im Schlaf und nagte ihm die Kehle durch. Seither geht Mr. Mike wieder, genau genommen, seine Leiche verschwand nahe der abgelichteten Bergwand – die Locals nehmen an, er lebt nun im Berg wie der Kaiser Karl selig im Untersberge zu Salzburg – und wie von verängstigten Travellern berichtet, erscheint er alle 40 Jahre wieder in nebligen November-Nächten und zeigt anklagend seine offene Halsschlagader, bettelnd, man möge selbsthändig seine Mission fortsetzen und Possen erlegen was geht. Grusel. Graus.