Aber: Für Krampus sagen die Regen-Isobaren, -meren (oder sonst was) nichts! Voll aufgetümmelt (wie Doderer sagen würde) beschließen wir, die erste Tagesetappe des berühmten Heaphy-Tracks – oder einen Teil davon – in Angriff zu nehmen. Unsere Hosteless macht uns aufmerksam, dass wir auf den 30 km zum Start drei Furten zu überwinden haben. Mit dem Auto. Sie telefoniert kurz nach dem Wasserstand (der historische Friedhof enthält nicht wenige Ertrunkene) und meint, „0,5“ sei o.k.
Ein halber Meter?!?!
Nun ja. Es geht, wie man sieht.
Mann sind wir gut drauf. Es ist schön Wetter! Höchste Zeit, dass wir unsere fetten Schoki-Bäuche abarbeiten. Haben wir ja noch gar nicht erwähnt: In Collingwood ist die zweite Schokoladengröße stationiert – Rosy Glow. Siehe süßes Foto. Die arbeitet allerdings eher mit Holzhammer. Extra-zuckrig, diese Riegel, da grummelt’s im Bauch schon gleich beim Reinbeißen ... puh puh.Na, und deshalb eben, auch für den gestrigen Nichtmarsch als Ausgleich gleich zwei Tagesetappen auf einmal. Zum Starten kommen wir um halb 12, geplant sind 4 Stunden aufwärts, dann eine halbe Stunde Pause und dann zurück. Tageslicht hat’s hier ja zum Glück schon recht lang, da scheint einem um 8 Uhr abends noch die Sonne ins Gesicht. Ja und der Track ist wirklich witzig: Ansteigend ja fast gar nicht, errechneterweise geht man 20 Meter weit, bis man einen Höhenmeter macht. Das führt dazu, dass wir nach 3 Stunden 20 (statt 4) beim Aorere-Shelter ankommen, weil wir gar so rennen. Die Beine spürt man allerdings schon, es waren schließlich bislang 14 Kilometer.
Eine halbe Stunde weiter gäb’s aber einen Aussichtspunkt. Frau Schaf bettelt. Na gut. Wir machen’s. Steigen von ganz anfangs hundertundnochwas auf die vollen 915 Meter, den höchsten Punkt dieses mehrtägigen Tracks. Der Ausblick ist wirklich großartig. Total die weiteren 40 Minuten wert. Nur: Andere wandern jetzt locker die maximal halbe Stunde weiter zur Hütte und Nachtrast. Wir gehen wieder runter.
Um sechs Uhr abends machen sich die Bein-Aufhängungen der Frau Schaf schon wirklich, wirklich bemerkbar. Die Blasen-Ansätze an beiden Füßen detto. Die Zehen stoßen sich an den Steinen, weil die Schuhe zu groß. Mannmann. Noch eine Stunde sicher.Wie sich herausstellt, läuft’s aufgrund der geringen Steigung runter überhaupt nicht schneller. Wir sind ja rauf schon so gerannt. Es wird wirklich 20 Uhr und ans Ehrlose grenzende Humpeln shesheeperseits, bis wir wieder am Van sind. 32 Kilometer. Jemand schon mal eine Blase am Großzeh-Innen-Nagelrand gehabt? An der sich der Nagel der zweiten Zehe reibt? Aaagonie!!
Aber was sind wir fit!
Erste Schritte barfuß im kühlen Gras – ein Segen. Hesheep hat Schluckauf und mosert wegen angeblicher Sandfliegen hier. Will lieber wieder rausfahren als hier übernachten. Na gut. Nur sieht das so aus, dass er synchron erstens aufs Gas tritt, damit wir beizeiten wohin kommen, zweitens (und daher) zu tun hat, Schlaglöchern auszuweichen – was manchmal im letzten Moment, manchmal gar nicht gelingt –, zumal er drittens wie wild mit der bloßen Handfläche Sandfliegen auf der Windschutzscheibe ausknockt und viertens zwischendurch vom Schluckauf erschüttert wird, dass mir ganz anders wird. Die frauschäfliche Pein endet erst am historischen Friedhof von Collingwood, wo wir neben den Ertrunkenen schließlich zur Ruhe finden. Happy Krampus!
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