Wieder mal Strohwitwenschaf.
Grund: Der Schafsbube hält sich zum erneuten Male für einen Grizzlybären (oder sonst ein Tier, das eigenhändig Fische aus dem Wasser holt). Midlife-Identitätskrise wohl, denn er ward 42! Aber das war über Weihnachten und davon hab ich jetzt massig Zeit zu berichten, bis er draufkommt, dass die guten Fische nie auf der Seite der Sandbank sind.
Manche haben’s in Mails gelesen: Der kleine Deal mit dem großen So-What ist aufgegangen. Lautend: Wir ertragen alle Frühlingswetterspäße ohne Murren (na gut: fast ohne), WENN NUR über Weihnachten es schön wird. Tja, und so war’s.
Sonne von früh bis spät, von Tag 1 bis Tag letzt. Obwohl: Spaziergang war’s keiner! Es sei denn, man kann mit geschätzten 15 Kilo am Rücken spazieren gehen. 15 Kilo, von denen man auf der ersten Steigung noch nicht weiß, wie man sie trägt. Von denen man aber weiß, dass man sie heute noch vier Stunden tragen wird. Und zumal, wenn man den Vormittag vershoppt und verpackt hat und erst gegen warme 14.30 Uhr losgeht.
(Übrigens: Vormittags vershoppt und verpackt hat man sich – und das muss ich jetzt auf mich nehmen – weil der Abend zuvor im Kino draufgegangen ist. Gesehen hat man in Motueka einen völlig unfasslichen Schmönz namens „Bride Flight“, deren kein Klischee auslassende Machart man von der Beschreibung her nicht ahnen konnte. Die Geschichte holländischer Auswanderer nach Neuseeland um 1930 bis 1970 herum. Ein ganz ganz toller, hübscher Mann, der lebtags ledig blieb und drei Frauen, die ihn alle gern gehabt hätten! „Ada van Holland“ ist seither ein running gag.)
Die erste Etappe war sicher die härteste. Aber die Gewichtsprobleme verringern sich kontinuierlich – durch Essen. (Genial.) Und man beginnt zu verstehen, wo/wie der Rucksack eigentlich sitzen sollte. Tagelang entdeckt man immer neue Gurte und Riemen – die helfen! Kommt davon, wenn man ihn jahrelang nur als Koffer missbraucht.S’wird aber schon zum Stöhnen, als sich herausstellt, dass die exklusiv-kleine Bucht, die Frau Schaf gebucht hat, noch einen zusätzlichen Hügel hinter dem Campingplatz für die breite Masse liegt ...
Aber dann ist sie schön – sehr schön – goldig-gelber Sand und alles. Und trotzdem die Sonne schon hinter den Berg gegangen und es eigentlich recht schattig-kühl weht, reißt sich das Damenschaf, ganz undamenhaft verschwitzt, die Kleider vom Leib und stürzt sich, „Härte!“ skandierend, in die auflaufende Flut.
Abend(essen)s entdeckt man auch, wie gut sie hier Fertiggerichte hinbringen: Thai Chicken – yum!
(shesheep)
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