Aber wie es so ist, man ist ja flexibel und tröstet sich mit einem weiteren der 100 Great Day Walks, und zwar zur Shallow Bay am Lake Manapouri, startend erst um halb sechs abends mit drei Stunden Gehzeit. So haben wir die Bucht für uns allein, einen extra-friedlich-stimmungsvollen Sonnenuntergang und beschwingt bis abenteuerlichen Gerade-noch-sichtbarer-Waldweg-Walk zurück zum Auto (anlangend: dreiviertel 11 – ob das am mitgenommenen Abendjausen-Weinderl liegen kann?). Im Übrigen haben wir uns durch das Tragen von Mützen gegen die nahe am Weg nistenden Falken geschützt. Fragt uns nicht, was das nützen soll, aber so steht’s auf Tafeln geschrieben.(shesheep)
Wiederum ist am Folgemorgen ein Kabelstart angesagt – langsam wird’s fad. Wir kriegen ihn von einer deutschen Familie. Wiederum ist es bedeckt und wir machen einen wiederum gemütlichen Tag in Te Anau mit jenem Film (im Kino), der einen Hubschrauber-Rundflug über den Fiordland-Nationalpark ersetzen soll – immer wieder schön. (Vorsicht: Wer nachfragt, muss ihn sich auf DVD ansehen: 28 Minuten – wenn nicht gar 32.)
Aber als es folgendentags noch immer bedeckt ist, obwohl Sonne angesagt, da beschließen wir, jetzt einfach mal loszufahren, die 120 km nach Milford. Und sieh’ an: Nach langer Waldfahrt am ersten Aussichtspunkt lacht die Sonne und hört gar nicht mehr auf – mit einem Wort: hurra! Ob wir wohl so ganz spontan und ohne Buchung auf einem Ausflugsschiff Platz finden? Wir finden. 11.05 Uhr Betreten der Check-in-Halle, 11.10 Uhr Start des Lieblingsboots. Perfekt! Heut treibt sich kein Wölkchen herum, der Mitre Peak gestochen scharf und draußen auf offener Tasman-See sogar eine Schar Dusky-Delphine gesichtet. Heieiei. So fein!
Retour dann wieder Dämpfer: Von der Durchfahrt durch den Homer Tunnel her hat jemand von uns beiden vergessen, das Licht abzudrehen. Batterie schon wieder so was von leer. Ein paar Franzosen geben halb-widerwillig Starthilfe. (Touris sind ja da GANZ anders als die Neusis.) Na, zumindest haben sich die Starterkabel schon abgezahlt.
Doch das Highlight des Tages (oder vielmehr der bisherigen Reise) steht uns noch bevor: Nach der notwendigen Nachmittagsrast kriegen wir uns grad noch auf die Füße (Start: wiederum halb 6), um zum Lake Marian aufzusteigen. Ebenfalls drei Stunden gesamte Gehzeit, aber ganz anderes Terrain: Hier wird’s zum Kraxeln – an freistehenden Wurzeln hoch, trockene Flussbetten aus losem Geröll empor, über dicke Baumstämme und so was alles. Wir geben Gas, bis der Schädel dröhnt vom raschen Aufstieg – umgekehrte Taucherkrankheit quasi – und sind in 1.05 h am Ende des Weges, der in seiner ganzen Schmale direkte ins Seewasser führt. Und was für ein See.
Von drei Seiten durch fast senkrechte Felswände eingetrogt, dazwischen gucken die weißen Gipfel rein, die letzte Sonne steigt grad übers Wasser in die Höhe, gegenüber im Schatten liegen noch die Schneefelder. Uff, wow, hechel’, schwitz’ – rein! Natürlich sind wir um diese Zeit allein, daher spricht nichts dagegen, alle Hüllen von sich zu reißen und sich sozusagen total im Gletschersee zu tümmeln. Juchhe! Und brr! Was immer noch kommen soll, unter die Top 3 dieser Reise kommt die Marianne auf jeden Fall!
(Und der letzte Finne des Tages kommt auch erst, als wir wieder was anhaben. Ist mächtig stolz, es in einer Stunde geschafft zu haben ;-)
(shesheep)
was für ein schönes foto! ich freu mich, dass ihr schützend eure hände über die neuseeländischen gewässer haltet und im glücklichen urlaubsmodus angekommen zu sein scheint. enjoy!
AntwortenLöschenhier war mal wieder einen tag tiefster winter, dann ein tag schneeschmelze und jetzt ungemütlich nass und kalt. auch hier schützen wir uns mit mützen gegen die falken.
liebste grüße!