Hymne auf Freya – oder: die einzige Art einen a...kalten Abend erträglich zu machen


A...kalt, ja, das war’s. Zwei wahnsinnige Abendstunden war ich draußen – am Ufer des ebenso wahnsinnig schönen wie eisigen Poolburn Lakes. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle ja über die Befindlichkeiten eines Seefisches schreiben, aber da mir nur kurz Zeit bleibt (sitze gerade in einem Waschsalon in Te Anau), beschränke ich mich wieder mal auf die Fakten: Bei ca. 2 Grad Außentemperatur hatten es jedenfalls die Fische im See wärmer als ich ... Nach – wie gesagt – zwei Stunden war es endlich soweit; ein kurzes Zucken und sie war dran. Ich war gerade dabei mir die schon erfrorenen Finger mit der Handsäge zu amputieren, da musste ich auch schon kurbeln und die eingeeiste Bremse nachjustieren. Für Uneingeweihte: Jede Rolle hat eine sogenannte Bremse, die man derarten einstellt, dass sich der gegebenfalls sehr große Fisch von selber Schnur von der Rolle holen kann ... Ja gut, gesagt, getan; und schon schnurrte das Schnurbehältnis, dass es eine Freude war :-) Meter auf Meter zog sie mir von der Spule und ich hatte einige Mühe – langsam und feinfühlig (so feinfühlig es eben mit nur drei Fingern an der Hand geht) – das gute Stück reinzuholen. Die großen Felsen am Strand machten eine Landung auch nicht gerade leichter, aber schließlich lag sie am Ufer und japste nach Wasser. Da wir aber auch diesmal wieder als Selbstversorger unterwegs sind, konnte ich den treuen Augen widerstehen und hab sie kurzerhand erschlagen ...
Typisierung: Bachforelle, weiblich, 51 cm, ca zweieinhalb kg (wir nennen sie „Freya“). Ich freu mich ...

Dass es in dieser Nacht wirklich saukalt ist, stört uns (oder vielleicht nur mich) nicht weiter. Im Gegenteil: Ich träum’ süß. Und in der folgenden Früh springt der Kazuki auch noch tadellos an. Was will man mehr?
Achtung: Dieser Text kann geringfügige Dramatisierungen enthalten.
(hesheep)

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