Totally Grisu

Obwohl wir uns nur mit Papierführer auf den zweistündigen Rundgang Schrägstrich Wanderung machen, kriegen wir doch die Maori-Begrüßungsperformance für die All-inclusive-Bustouris aus Australien mit – jah!

Von einem Gratwanderweg blicken wir zunächst in Vulkankrater, die heute friedliche Seen bergen, aber dann ... raucht’s aus der Seite der Berge und die Seen brodeln heiß.
Auf dem Bild bin ich, noch ohne Sonnenbrand. Das wird zwei Stunden später anders sein. Aber echt: Gestartet sind wir bei kühl-bedecktem Wetter, hoffend, dass es nicht regnet. Und dann das. Autsch. Zwischen Halstuch und T-Shirt-Rand liegt ein roter Ring, der sich so vulkanisch anfühlt, wie der Ring of Fire quer durch den Pazifik, der auch quer – respektive längs – durch Neuseeland führt und die Erdbeben und das Ganze da bewirkt.

Entstanden ist die Reihe von Vulkankratern und das ganze Waimangu-Tal erst 1886, als der nahe Mount Tarawera ausbrach und das Umland über zig Kilometer verschüttete, unter anderem eine Siedlung der Europäer. Etliche Menschen starben. Es ist die einzige Gegend der Welt, in der vulkanische Phänomene auf den Tag genau datierbar sind und seit ihrer Entstehung dokumentiert werden können.
Ein idyllisches Bächlein hat in Wahrheit 50 Grad, der milchig-blaue See heißt Inferno Crater und ist ein Säurebad von 80° C. Von Zeit zu Zeit steigen graue Schlamm-Massen auf, denn hier liegt ein Unterwasser-Geysir, der diesen See zur größten heißen Quelle der Welt macht.
Zwischen grellegelben Schwefel-Ausblühungen und in fulminantem Gestank bringt die Maori-Truppe dem Aussie-Bus noch per maximal kindischem Song bei, was Hinterteil auf Maori heißt. Surreal.

Am Schluss sind wir beeindruckt, aber auch erschöpft von der Schwüle. Vom Lake Rotomahana, den es auch erst 120 Jahre in dieser Form gibt, fährt uns ein Shuttlebus zurück. Höchste Zeit, unsere Mägen hängen schon in den Knien.

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